A Midsummer Night’s Dream – Revisited
Aufführungen im ‚Roxy Art House’ vom 22.-29. August 2005
Aus dem Halbdunkel des Zuschauerraums schweben die Elfen des ‚Midsummer Night’s Dream’ auf die Bühne, um dem Publikum mit der Ouvertüre das Programm des Abends mitzugeben: „We’ve come to tell you fairytales, [...] so let us seduce you and dream you away in a summer night“. Neben dem mezzopiano – Gesang verzaubert auch der Einfallsreichtum und die spielerische Leichtigkeit des Kostüms, gestaltet durch Ursula Beutler und perfekt ergänzt durch die Arbeit der Maskenbildnerin Yvetta Wontroba.
Ein rascher Kostümwechsel des Ensembles wird von der Verhandlungsszene am Hofe Theseus’ gefolgt. Die eröffnende Problemarie des Egeus (gespielt in amüsanter Doppelrolle von Jan Hutter als Egeus und Demetrius) spitzt den Konflikt zu: Lysander (Jonny Kreuter) und Hermia (Doris S. Langara) beschließen in einem melodiefreudigen Duett, sich diesem Gericht zu entziehen und ihre Liebe in den Wald von Athen zu retten. Dort wollen sie bei einer befreundeten Witwe Unterschlupf suchen und letztendlich heiraten. Demetrius, versessen auf Hermias Gunst setzt ihnen nach, dicht gefolgt von Helena, die hofft im Wald Demetrius Herz erobern zu können.
Letztere beiden geraten dort in der Nacht aneinander, woraufhin Hermia (gespielt von Maggie Zahn) von ihrem Angebeteten bedroht und allein stehen gelassen wird. Die Verkehrtheit ihrer Lage in der eine Frau um den Mann werben muss, bedauert sie in einer in ihrer Einfachheit geglückten Intermezzo-Arie.
Zur selbigen Zeit erbebt der Forst um Athen vom Donnergroll der aus einem Ehezwist zwischen Feenkönig (Michael Eberle) und –königin Titania (Serena Buchner) hervorgeht. In einem furiosen Streitduett wird zwischen männlichen und weiblichen Feen der Krieg ausgerufen, den König Oberon mit Hilfe seines Getreuen Puck (Johannes Ponader) und einer Zauberblume (gespielt von einer Blume) gewinnen möchte; diese ist mit der Fähigkeit ausgestattet, Lebewesen einander unendlich zugeneigt zu machen, und soll dazu dienen, Königin Titania an etwas abstoßendes zu binden und so zu demütigen.
Zu ebendem Zeitpunkt entdeckt der Kobold Puck im Wald eine Truppe Handwerker (Gloria Marks, Patrizia Verlet, Jan Hutter, Jonny Kreuter, Johannes Ponader), die sich für die Aufführung eines Theaterstücks am Hofe Theseus zu dessen Hochzeit vorbereiten. Die pfiffig inszenierte Szene der Theaterprobe wird jäh unterbrochen, als einer der Akteure durch den Kobold in einen Esel verwandelt wird. Dies geschieht zu dem Zweck um Titania an ihn zu binden, die – erwachend und mit der Blume behandelt – ihren neuen Herren mit einer orientalischen Arie in ihr Reich zieht.
Um die erreichte Verwirrung noch weiter zu steigern, führt Puck seinen Auftrag, die im Wald umherirrende Liebenden so anzuordnen, dass zwei Paare entstünden, ein um das andere Mal so unabsichtlich wie es ihm nur möglich ist, falsch aus. Die Irrungen und Wirrungen, die solche Experimente bei den Liebenden auslösen, werden in einem Verwirrungsquartett zusammengefasst, bestechend gleichzeitig durch Themenvielfalt, wechselnde Harmoniegebilde und vor allem die einzelnen sängerischen Leistungen.
Letztendlich muss Oberon selbst einschreiten, um alle Paare durch den Dunst und Nebel der Nacht zueinander zu bringen, sowie die Versöhnung mit seiner Königin einzuleiten. Vollständig vom Liebeswahn befreit, machen sich alle Paare auf zum Hofe Theseus’ und dessen Hochzeitsfeier. Auch die Handwerker tauchen wieder vollständig auf, und führen ihre wahnwitzige Interpretation des Ovid-Stoffes über die tragische Liebe zwischen Pyramus und Thisbe auf, sodass selbst beim erhabenen Theseus kein Auge mehr trocken bleibt.
Den großen Bogen des Stückes schließen zwei letzte musikalischen Nummern: Als erstes wird vom gesamten (Realitäts-) Personal in einem Chorstück die Zusage an die Liebe gemacht, wie irrational und unverständlich diese auch erscheinen mag. Das Finale bildet ein Tango der Feen, die unter der Leitung ihres Gebieters und ihrer Gebieterin die Hallen, in denen sich das Ereignete zugetragen hat, mit Wohlwollen segnen.
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